Das Au-pair-Interview meistern: Fragen und Tipps
Das Videointerview ist der entscheidende Moment deiner Suche: Hier wird aus Kompatibilität auf dem Papier eine echte menschliche Verbindung — oder eben nicht. Gut vorbereitet ist es auch dein bester Schutz vor bösen Überraschungen. So gehst du es richtig an, auf beiden Seiten des Bildschirms.
Vor dem Anruf: Bereite dich vor
Lies das Familienprofil gründlich: Namen und Alter der Kinder, Stadt, Wochenrhythmus. Wer diese Details im Gespräch erwähnt, zeigt echtes Interesse — das unterscheidet eine Bewerbung von zehn anderen.
Sorge für einen ruhigen Ort, eine stabile Verbindung und teste deine Kamera. Plane 45 bis 60 Minuten ein: Ein gutes Interview lässt sich nicht in einer Viertelstunde abhaken.
- Notiere dir 3 persönliche Fragen zur Familie
- Bereite 2 konkrete Beispiele aus der Kinderbetreuung vor
- Halte deinen Verfügbarkeitskalender bereit
- Prüfe die Zeitverschiebung, bevor du den Termin bestätigst
Fragen, die Familien fast immer stellen
Du brauchst keine perfekten Antworten — Familien suchen Authentizität und Reife, kein auswendig gelerntes Skript. Übe, in ein bis zwei Minuten mit echten Beispielen zu antworten.
- Warum möchtest du Au-pair werden, und warum in unserem Land?
- Welche Erfahrung hast du mit Kindern im Alter unserer Kinder?
- Wie reagierst du, wenn das Kind nicht hört oder einen Wutanfall hat?
- Kannst du einfache Mahlzeiten kochen? Hast du einen Führerschein?
- Was machst du in deiner Freizeit? Wie gehst du mit Heimweh um?
Fragen, die du stellen solltest
Ein Interview ist ein Austausch, keine Prüfung. Eine seriöse Familie schätzt deine Fragen — sie zeigen, dass du dich wirklich auf das Jahr einlässt.
- Wie sieht eine typische Woche aus? Wie viele Stunden, welche Zeiten?
- Wie ist mein Zimmer? Eigenes oder geteiltes Bad?
- Wie laufen Wochenenden und Urlaube ab?
- Gab es schon ein Au-pair vor mir? Kann ich mit ihm/ihr sprechen?
- Wie seht ihr meine Rolle in der Familie: Gast oder vollwertiges Mitglied?
Warnsignale, die du nicht ignorieren solltest
Die allermeisten Familien sind herzlich und fair. Aber bei bestimmten Signalen solltest du langsamer werden, nachhaken — oder weiterziehen.
- Vage Arbeitszeiten: „Das sehen wir dann je nach Bedarf“ ist keine Antwort
- Mehr als 30 Wochenstunden werden ohne Zögern erwähnt
- Kein zweiter Anruf möglich, Zimmer wird nicht per Video gezeigt
- Keine einzige Frage zu dir — gesucht wird eine Angestellte, kein Au-pair
- Druck, sofort zuzusagen oder die Plattform zu umgehen
Nach dem Interview
Schicke innerhalb von 24 Stunden eine Dankesnachricht — mit einem Detail aus dem Gespräch, das dir gefallen hat. Wenn beide Seiten begeistert sind, schlage einen zweiten Anruf vor, diesmal mit den Kindern. Für ein ganzes Jahr sagt man nicht nach einem einzigen Gespräch zu.
Und vor allem: Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn sich trotz perfektem Profil etwas seltsam anfühlt, frag nach. Das richtige Match spürt man auch im Bauch.